Es passiert recht selten, daß ich im TV Werbung für eine Band sehe und mich die Musik dann so sehr anspricht, dass ich daraufhin das Album kaufe – aber es passiert. So geschehen gerade mit
The Darkness

One Way Ticket To Hell… And Back

The Darkness ist geradezu klassischer Hard- bis Progressive Rock der alten Schule.
Man merkt dem Album deutlich an, dass die Jungs der Band ganz fröhlich bei den Größen des Genres zugelangt haben, um ihre fetzige Rockmusik aufzupeppen – da kommen schon mal Stilelemente von Queen, oder offenkundige Reminiszenzen an AC/DC oder Led Zeppelin durch.
Das alles tut dem Vergnügen jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil – hier wird ähnlich wie bei Veteranen wie Magnum oder Dream Theater feinster Gute-Laune-Bombast-Rock gespielt.
Mein persönlicher Favorit ist "Is It Just Me" – vorzugsweise so laut zu hören dass die Wände wackeln
Aber auch schöne Balladen ("Blind Man" – für die Vokalarrangements müsste The Darkness Tantiemen an Queen zahlen) hat das Album zu bieten. Bei "English Country Garden" scheint ein wenig Supertramp und reichlich Electric Light Orchestra durch – dennoch klingen die Kompositionen nie zusammengeklaut, sondern sehr original und originell – nur eben mit sehr viel special effects bekannter Bands angereichert. Das ist bei The Darkness, die ursprünglich als eine Art Persiflage-Rock-Opera und Kreuzung aus Van Halen und Aerosmith durch die Clubs zogen, auch gewollt und ein Bestandteil des erfolgreichen Konzepts.
Insgesamt fühlt man sich bei One Way Ticket to Hell… and Back in die gute alte Zeit des Hard & Heavy Ende der 70′er versetzt – nur technisch viel besser, und von Foreigner-Produzent Roy Thomas Baker exzellent in Szene gesetzt.
Innovative Musik darf man nicht erwarten, Liebhaber soliden hausgemachten Hardrocks mit einem klassischen Falsetto-Gesang und tollen Gitarren-Riffs kommen aber voll auf ihre Kosten.
Let’s Rock!