AC/DC – For Those About to Rock

Im November 1981 legten AC/DC ihr achtes Album vor, das zweite nach dem Tod von Bon Scott, und wohl kaum ein Album der Band um Angus und Malcolm Young ist so umstritten wie

For Those About To Rock

For Those About To Rock

Das liegt zum einen sicherlich daran, dass der völlig unerwartete Welterfolg der Scheibe Back in Black, auf der erstmals Brian Johnson als Leadsänger zu hören war, hohe Maßstäbe für den nächsten Longplayer der Rocker legte, zum anderen wird hier der inhaltliche Bruch von Scott zu Johnson überdeutlich – zwar klingt Johnson ähnlich wie Scott, aber seine Texte wirken bisweilen klischeebehaftet und es fehlt ihnen ein wenig an der zynischen Lockerheit, die die Lyrics von Scott so oft ausmachten. Viele Fans fanden aber auch, dass sich sowohl der Gesangsstil als auch die Texte durchaus nahtlos in die wenig subtile, brachiale Tradition der Hardrocker fügten.

For Those About To Rock beginnt mit dem gleichnamigen Titel, der zu einem der vielen Klassiker von AC/DC wurde und zu jedem Konzert fest dazugehört. Fulminanter Kanonendonner bietet den passenden Rahmen zur schneidenden Gitarre von Angus Young. Der Titel rockt mächtig ab und macht als Partymitgröler ordentlich was her, aber den Kultstatus, den der Song bei vielen Fans genießt, kann ich nicht nachvollziehen. Tatsächlich ist das Album am Anfang eher slow und nur begrenzt mitreißend. Erst bei "Inject the Venom" (für mich das beste und gnadenloseste Lied dieser Scheibe) erreicht die Musik den Drive, den Beat, die Geschwindigkeit, die den Pulsschlag beschleunigen und das Headbangen fast automatisch werden lassen. Leider behalten AC/DC diesen Drive aber nicht konsistent bei, ‘Snowballed’ ist direkt im Anschluß eher ein müdes Geplänkel.

Zwei große Pluspunkte sollen nicht unerwähnt bleiben: Phil Rudd bearbeitet sein Schlagzeug mit einer Intensität, als ginge es um sein Leben, und der brillante Sound, den Robert John "Mutt" Lange dieser Scheibe spendiert hat, macht aus For Those About To Rock trotz einiger kleiner Mängel ein kraftstrotzendes Hammer-Album.

Obwohl Titel wie ‘Spellbound’ oder ‘Evil Walks’, die etwas fade daherkommen, gegen ein überragendes Werk wie Back in Black nur abfallen können – niemand schüttelt Hardrock-Klassiker en masse mal einfach so aus dem Ärmel – lieferte AC/DC mit For Those About To Rock ein solides Album ab, das man von Anfang bis Ende durchhören kann, und das immer noch besser als die meisten Hard Rock-Alben anderer Bands dieser Zeit abschneidet.

Für echte Fans ein Muss, allen anderen sei die Anschaffung von Back in Black [Dual Disc] und Highway To Hell empfohlen.

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