Der Gottkaiser des Wüstenplaneten – Frank Herbert
Heute widme ich mich dem vierten Teil der Dune-Saga. Nachdem ich die ersten drei mehr oder weniger gemocht hatte, siegte der Serienwille in mir und ich las natürlich auch den vierten. Ich muss leider sagen, es kommt nichts gutes bei raus.
Im Vergleich zu den ersten dreien, die jeweils eine Generation nach vorne sprangen, vergeht sich Frank Herbert dieses mal an der Zeit und lässt mit einem Fingerschnippen mal eben 3000 Jahre vergehen. In dieser Zukunft ist der Planet fast komplett bewachsen und grün. Fast, denn ein kleines Stück Wüste konnte Lord Leto für sich behalten. Richtig vermutet, Lord Leto, das ist der gleiche Leto wie im dritten Band, inzwischen angeblich unsterblich und auf dem besten Weg zu einer Wurmmutation. Irgendwie erinnert er mich so an den alten Harkonnen, wenn auch nicht ganz so grausam.
Um nach dieser Zeitspanne nicht all zu viele neue Charaktere einführen zu müssen, greift Herbert zu einem Trick, den er schon im zweiten Buch angewandt hat. Er lässt einen Duncan Idaho als Tleilaxu-Ghola auftreten.
So zieht sich das Buch dann in Vergangenheitserinnerungen, Rebellionen und großer Politik bzw. Nicht-Politik dahin, bis ungefähr fünfzig Seiten vor Ende (sechshundert insgesamt) endlich die Sache in Bewegung kommt und dann doch noch etwas spannend, aber vage vorhersehbar wird.
Wieder ein mal ist es Herbert gelungen, eine Kurzgeschichte zu einem dicken Buch aufzublasen und sie damit langatmig werden zu lassen. Schade, das Theme hätte sich sicher anders anfassen lassen können und hätte genug Stoff für eine wunderbare Rebellionsgeschichte geliefert.
Von den verbleibenden zwei Teilen steht jetzt noch einer neben mir. Mal sehen, ob ich den überhaupt noch lese.
# Taschenbuch: 602 Seiten
# Verlag: Heyne; Auflage: Bearb. Neuausgabe. (Mai 2001)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3453186869
In: Bücher · Schlagworte: Dune, Frank Herbert, Science Fiction, Wüstenplanet