Robert Anton Wilson – Cosmic Trigger
Die letzten Geheimnisse der Illuminaten oder an den Grenzen des erweiterten Bewusstseins
Allein schon eine Zusammenfassung des Buches stellt mich an eine schwierige Aufgabe. Zum einen ist das Buch nicht gerade linear geschrieben. Es verwirrt mit Sprüngen durch Zeit und Raum und nur konzentrierten Lesern bleibt eine gewisse Übersicht vorbehalten. Zum anderen scheitere ich schon fast, das Buch einem Genre zuzuordnen. Aber ich will es versuchen…
Cosmic Trigger, das ist eine Art Autobiographie von Robert Anton Wilson. Jedenfalls scheint es so, als wolle er sein Leben darin verarbeiten. Genau so scheint es ein Ratgeber (so sortiert es Amazon ein) zu den kosmisch-okkulten Dingen des Lebens zu sein. Gleichzeitig könnte es ein Sachbuch über die Illuminaten (nicht zu sehr, dafür gibt es noch Illuminatus 01. Das Auge in der Pyramide.
) oder Weltraumkolonisation oder Unsterblichkeit oder Psychologie oder Sexualmagie oder Meditation oder UFO-Erlebnisse oder Crowley oder Leary oder… ihr merkt schon. Es verkompliziert sich. Unter anderem bezieht Wilson sich auf den Gebrauch von Psychedelika, auf deren Anwendung, um bestimmte Bewusstseinszustände zu erreichen.
Trotz allem, was manche als Spinnereien abtun würden, schafft es Wilson in Cosmic Trigger, nicht ohne beissenden Humor und Scharfblick, die verblüffendsten Mythen und Legenden unserers Zeitalters – zumindest ansatzweise – zu erklären. Dass er sich dabei weniger auf Fakten und mehr auf Paranormales bezieht, steht auf einem anderen Blatt.
Beim Lesen fragte ich mich dann auch des öfteren, meint dieser Mann alles ernst, was er da schreibt?. Oder ist er auf die vielen Spinner hereingefallen, die sich überall herumtreiben und versuchen, harmlose Menschen mit ihren verqueren Ansichten zu bekehren? Oder hat er einfach nur zu viel gekifft vorm Schreiben? Ein Teil seiner Fakten mag sicher einen wahren Hintergrund haben, der sich nicht auf den Zufall abschieben lässt, aber telepathische Übertragungen vom Hundestern Sirius, die die komplette Entwicklung der Menschen beeinflussen – da hört dann langsam das Verständniss auf.
Die 23er-Zufalls-Verkettungen zum Beispiel. Er führt viele Fälle auf, in denen die 23 in Massen vorkommt, doch frage ich mich, ist das nicht alles Zufall. Hat er es nicht herausgefordert, vielleicht sogar völlig unbewusst, als er sich damit beschäftigte, dass ihm die Zahl 23 dauernd ins Auge sprang. Ich bin mir sicher, wenn wir uns ein bisschen Zeit nehmen, uns in Ruhe hinsetzen, finden wir zu jeder anderen Zahl mindestens genau so viel Ereignisse. Ihr könnt es gerne ein mal versuchen.
Eine Empfehlung für das Buch möchte ich nicht abgeben. Jeder sollte selbst wissen, ob er sich mit dem Thema beschäftigen will oder nicht.
In: Bücher · Schlagworte: Robert Anton Wilson, Sachbuch, Science Fiction, Wissenschaft