I am Legend
Nach I, Robot und MIB kann man in
I am Legend
Will Smith wieder einmal in einer Science-Fiction-Verfilmung erleben.
Richard Mathesons Vision einer von Untoten überrannten Erde hat immer mal wieder Verfilmungen angestoßen, von denen, das kann ich wohl vorweg sagen, diese nicht die Überzeugendste geworden ist.
Visuell ist der Film durchaus ansprechend gemacht, und Will Smith macht eine gute Figur, aber leider genügt es nicht für einen Kinofilm, den Hauptdarsteller gefühlte zwei Drittel der Filmdauer alleine durch ein leeres New York fahren zu lassen.
Dabei ist das Thema doch so ein Aktuelles – im Glauben dank Gentechnik endlich das endgültige Medikament gegen den Krebs gefunden zu haben, setzen Wissenschaftler eine modifizierte Version des Masernvirus frei, das alsbald mutiert und mal eben 90 Prozent der Menschheit in lichtscheue, vampireske, tobende, tumbe und überstarke Zombies verwandelt. Seit über 1000 Tagen ist der Militär-Mediziner Robert Neville nun alleine – des Tags versucht er sein Überleben zu sichern indem er die durch New York streifenden Karibus jagt oder in leerstehenden Wohnungen auf die Suche nach genießbarer Nahrung geht, des Nachts verrammelt er sich in seinem Haus und Labor (mit einem grossen iMac) und arbeitet daran, endlich ein Heilmittel zu finden, und Tag für Tag funkt er ein “Ich bin hier bitte meldet Euch” hinaus in die Welt, in der Hoffnung dass noch jemand bei Verstand ist und ihn hört und empfängt.
In kleinen eingestreuten Rückblenden erfährt der Zuschauer Bruchteile der Hintergrundgeschichte, die aus diesem relativ belanglosen Endzeitspektakel einen interessanten anspruchsvollen Film hätte machen können – die Gemengelage aus Wissenschaft, Konzerninteressen und Politik, aus Lobbyismus und Ignoranz, die tatsächlichen Gefahren von gentechnischen Manipulationen wären genug Stoff für Gänsehaut gewesen – aber solche Themen sind wohl einfach zu unamerikanisch.
Statt dessen bleibt der Film ein seichtes Actionspektakel mit pseudodramatischer Familiengeschichte, ein wenig Grusel und einem Semi-Happy-End, nicht einmal Popcornkino, da vorhersehbar und ohne wirkliche Höhepunkte.
Interessant ist eigentlich nur die Bildsprache der nach New York City zurückkehrenden Natur, die an Weismans “Welt ohne uns” erinnert, aber seine Ideen nicht in letzter Konsequenz auslebt (dann wäre halb New York überflutet, es käme sicher kein Wasser mehr aus den Leitungen, der Müll hätte Straßen und Kanalisation verstopft uvm.) Details wie in NYC jagende Löwen erscheinen da nur noch aufgesetzt und unerklärlich.
Ausgesprochene Will-Smith-Fans bekommen hier die große One-Man-Show, die leider nie auch nur im Ansatz glaubwürdig ist, für wirkliche Endzeitvisionen empfehle ich eher 12 Monkeys . Schade eigentlich, so bleibt nur, auf die nächste Verfilmung des Stoffes zu warten, die sicher irgendwann kommen wird.
Wer den Film dennoch ins Regal stellen will: Am 28. Mai erscheint I Am Legend auf DVD und Blu-Ray.
Interessanter als den Film finde ich die neu aufgelegten Graphic Novels zu Mathesons Story:
In: Filme & Serien · Schlagworte: Endzeit, New York, Science Fiction, Will Smith
am 12. April 2009 um 20:47
· Permalink
[...] dann, man schaue sich den Film “I am Legend” an, dann tauchen plötzlich Parallelen auf. Am Ende bechreibt dieses Buch praktisch die [...]
am 14. Juli 2009 um 09:13
· Permalink
[...] wird, und starrt auf den Zerfall. Das erinnert zunächst fatal an die Eingangssequenz von I am Legend mit Will Smith, könnte aber kaum weiter davon entfernt [...]