Der Fensterjesus – Wolfgang Jeschke

Zugegeben, der Titel klingt etwas komisch für eine Sci-Fi-Anthologie. Aber genau das ist dieses Buch. Wolfgang Jeschke hat mit “Der Fensterjesus” 1992 ein Buch mit internationaler Science Fiction herausgegeben. Zwanzig Geschichten sind in diesem Buch vertreten.

Der Fensterjesus. Internationale Science Fiction Erzählungen.

Doch anscheinend versteht bzw. verstand Jeschke damals etwas anderes unter Sci-Fi, als ich es heute tue. Meiner Meinung nach hat Sci-Fi etwas mit Utopien, Visionen und Geschichten aus der nahen oder fernen Zukunft zu tun. Eine Weiterentwicklung unserer Welt mit wissenschaftlichen und technischen Fakten, gepaart mit Visionen und einer guten Portion Phantasie. Star Trek ist da das klassische Beispiel.

Doch in diesem Buch ist ein guter Teil der Geschichten meiner Meinung nach keine Science Fiction. Eben z.B. der angesprochene Fensterjesus. Diese Geschichte ist mit die kürzeste im Buch und handelt von einem Glaser, der zu Hause eine Scheibe ersetzt. Durch ein eingeritztes Muster kann bei Vollmond das Antlitz Jesu erkannt werden. Seine Frau glaubt an ein Wunder, die Medien reissen sich um sie. Kein bisschen Sci-Fi in dieser Geschichte. Und so ergeht es mir auch mit anderen in diesem Buch.

Allerdings gibt es auch Geschichten, die meiner Interpretation von Sci-Fi entsprechen. Z.B. Lois McMaster Bujold, die eine Kurzgeschichte in ihr Barrayar-Universum legt. Der Titel “Schaurige Ernte” klingt etwas ungewöhnlich, doch beim Lesen der Geschichte wird schon deutlich wie das gemeint ist.

Doch dies nur zwei Auszüge der Gegensätze. Insgesamt ist das Buch eine bunte Mischung von Kurzgeschichten, und wem es nichts ausmacht, dass nicht alle in Richtung Sci-Fi gehen, der wird hier viel Interessantes zu lesen finden.

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Veröffentlicht am 10. Juli 2009 um 07:15 von nasebaer · Permalink
In: Bücher · Schlagworte: , ,

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