Aktion Störtebeker – Rügenkrimi mit Kommissar Bratfisch – Klaus Scheld
Eins muss ich vorab sagen, ich hatte zuerst gedacht, dieses Buch sei Satire. Alleine der Name des Kommissars, Bratfisch, verleitet schon zu dem Gedanken. Aber dass Klaus Scheld, mit richtigem Namen Wolfgang Scheld, mit seinem Erstlingswerk hier einen wirklich ernstzunehmenden Regionalkrimi vorlegt, damit hätte ich nicht gerechnet. Doch Aktion Störtebeker ist genau das.
Zuerst beginnt die Geschichte ganz harmlos. Kommissar Bratfisch, Leiter der Mordkommission auf Rügen, und seine Assistentin Mandy Pham werden zu einem Mordopfer gerufen. Am Strand, nahe der neuen Rügenbrücke, wird ein Erstochener aufgefunden. Schnell ist klar, ein Profi war am Werk.
Das Opfer, ein ehemaliger Ausbilder der NVA, wurde mit einem Kampfmesser aus alten NVA-Beständen ermordet. Im Laufe der Ermittlungen führen die Spuren in die rechtsradikale Szene. Doch dann wird auch der Hauptverdächtige, der Enkel des Toten, Neonazi aus vollster Überzeugung, tot aufgefunden. Wieder war ein Profi am Werk und wieder wurden alte NVA-Nahkampftechniken eingesetzt.
Weitere Spuren führen zu einem Unbekannten, in dessen Ferienwohnung ein Bekennerschreiben zu einem Anschlag gefunden wird. Eiligst wird der Staatsschutz und das BKA alarmiert. Und tatsächlich finden die Ermittler an der Rügenbrücke eine große Menge Sprengstoff. Durch einen kleinen Fehler war der Anschlag schief gegangen. Die Jagd nach den Terroristen, die doch dem Linken Umfeld angehören, beginnt.
Äusserst glaubwürdig und realistisch beschreibt Scheld in seinem Buch die Ermittlungen. Abschweifungen vom Plot leistet er sich nur selten und wenn, dann dienen sie dem Aufbau der Charaktere. Er spielt viel mit dem privaten und auch politischen Umfeld der Hauptakteure was diese lebensecht erscheinen lässt.
Die detaillierten Beschreibungen der Umgebung zeigen, dass der Autor über genug Ortskentniss verfügt, um entsprechend Lokalkolorit einfliesen zu lassen. Genau so sollte ein Regionalkrimi auch sein. Auch die zeitliche Einordnung ist gekonnt. Der Roman spielt kurz vor der Bundestagswahl und thematisiert gut die aktuelle Stimmung im Land. Auch dabei fliesen viele Details in das Buch ein, was es weiter realistisch erscheinen lässt.
Mir hat dieses Buch gefallen. Ein straffer Plot, keine unnötigen Ausschweifungen, eine glaubwürdige Geschichte und mehr oder wenige sympathische Figuren. Man muss Scheld zu seinem ersten Regionalkrimi gratulieren. Ich hoffe auf eine eben so gute Fortsetzung.
Zum Abschluss muss ich auch noch die Website zum Buch lobend erwähnen. Dazu kann ich nur sagen, Scheld hat es drauf. Facebook, Twitter, Blog und sogar ein Blog von Kommissar Bratfisch. Zudem Hintergrundinformationen und -literatur über die Lokalitäten. Sehr schick gemacht.
In: Bücher · Schlagworte: Belletristik, Klaus Scheld, Krimi, Regional, Rügen

am 22. August 2009 um 10:32
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Vielen Dank für die Blumen.
Klaus