Vor einiger Zeit schnappten wir eher zufällig im TV diesen Film auf:
Little Miss Sunshine ist die Geschichte einer ausgesprochen schrulligen Familie, die sich mit einem alten gelben VW-Bus eher wiederstrebend von New Mexico nach Los Angeles aufmacht, um der kleinen (und hässlichen) Olive die Chance zu geben dort an einer Misswahl teilzunehmen.
Mit im Rennen sind ausserdem der suizidale schwule Onkel von Olive, ihr 15jähriger Bruder Dwayne, der AirForce Pilot werden möchte und sich weigert zu sprechen bis er diesen Traum erreicht hat, ihr ebenso erfolgloser wie typisch amerikanischer Vater der ein 9-Stufen-Motivations-Erfolgsprogramm an die Welt verkaufen will, und ein tendenziell nazimässig angehauchter Grandpa, der aus dem Seniorenheim geschmissen wurde.
Ein pures Familienidyll also, das nicht nur durch die streikende Technik des kanariengelben Bullys, sondern auch durch die Familiendynamik und die Begegnung mit dem Selbstmordgrund von Onkel George auf der Reise in aberwitzige Situationen geworfen wird…
Der Film hat Auszeichnungen en masse kassiert, darunter einen Oscar fürs Drehbuch und für den besten Nebendarsteller (Alan Arkin als Grandpa), und gehörte zu den Publikumslieblingen auf dem Sundance-Festival – wieso mir dieses schreiend komisch-tragische Kleinod filmischen Schaffens so lange entgehen konnte, ist mir ein Rätsel. Hier wird der American Dream in all seinen Varianten gnadenlos durch den Kakao gezogen – und das mit Spaß an der Freud’ und Verve.
Sarkastisch, smart, witzig, schräg, rührend – unbedingt ansehen!
Haben wir damals im Kino gesehen – und dann auch die DVD gekauft. Wir waren hellauf begeistert