Der Durchbruch – L. Neil Smith
“Erster Roman aus dem Gallatin-Universum” steht auf der Front des Buches. Zum einen wusste ich nicht mal, dass es ein solches Universum gibt und zum anderen, dass es mehr als ein Buch bzw. dass es eine Serie gibt. Sechs Bücher sollen es laut der Liste im Buch sein. Doch Gallatin, warum Gallatin? Ein in Genf geborener Politiker, der unter Jefferson Finanzminister war. Da sollte ich später lernen.
Die Geschichte beginnt mit Win Bear, Ermittler bei der Mordkommision von Denver. Ein Mann wurde auf der Straße zusammengeschossen und in dessen Taschen findet er merkwürdige Goldstücke. Die Suche nach Hinweisen führt Bear in eine Kleinstadt nahe Denver und deren Universität. Hier findet er neben ein paar wissenschaftlichen Unterlagen mehrere technische Installationen. Als er sich das Labor genauer ansehen will wird plötzlich auf ihn geschossen. Bei der Gegenwehr aktiviert er aus versehen die Maschine und findet sich nach einer Explosion plötzlich in einem Park nahe der Universität wieder.
Um Bear herum ist alles anders. Die Kleinstadt scheint immer noch da zu sein, wo sie ist. Doch alles wirkt weit futuristischer. Erste Vermutungen einer Zeitreise bestätigen sich nicht und Bears Verfolger sind immer noch hinter ihm her. Sie haben seine Verfolgung aufgenommen und kurz vor einem Haus wird er bei Schüssen schwer verletzt.
Durch die futuristischen Behandlungen der Mediziner überlebt Win Bear und wacht bei sich selbst, hier Ed Bear genannt, im Haus auf. Gemeinsam finden sie heraus, dass er kein Reise in der Zeit sondern zwischen zwei Dimensionen geamacht hat. Die Alternative Erde, auf der er gelandet ist, trennt sich von seiner in der Zeit Washingtons. Washington wurde nicht Präsident sondern hingerichtet, Gallatin mehrere Amtsperioden Präsident. Im Zuge dessen entwickelte sich eine gut funktionierende Anarchie.
Bei dem Versuch, Win Bear wieder zurück in seine Welt zu bekommen, stellen die beiden Bears fest, dass noch ein anderer Zugang zu der Technologie hat, die Win in diese Welt brachte. Dieser andere, ein Gegener des anarchistischen Systems will die Regierung und damit die Macht an sich reißen. Mit Hilfe der Dimensionssprung-Technik versucht er Atomwaffen in die friedliche Welt zu bringen. Es hängt an den beiden Bears und ihren Freunden, das zu verhindern.
Im Prinzip klingt die Geschichte interessant. Ist sie auch, wenn man nur dem Roten Faden des Aufbaus der Bedrohung und deren Bekämpfung folgt. Doch die Mischung aus Sci-Fi, einem alten Polizeikrimi im Stil der 60er und dem Versuch die ruppig-humorvolle Sprache a la “US-Krimi-Heftchen” darin unterzubringen fand ich nicht so gelungen. Der Hauptcharakter, draufgängerisch aber doch naiv, kann mich nicht recht überzeugen und die Abweichungen vom Plot fand ich nicht immer sinnvoll. Doch die reine Geschichte um die Welt des Gallatin-Universum konnte mich überzeugen und so werde ich mir wohl deswegen auch die anderen Bücher ansehen.
In: Bücher · Schlagworte: Belletristik, Heyne, L. Neil Smith, Science Fiction
am 28. Januar 2010 um 14:01
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Mir gefällt die Gallatin-Serie recht gut. Ich hatte die Bücher vor 15 Jahren mal gelesen und vor kurzen über eBay zusammengekauft und lese sie zurzeit wieder (bin z.Z. beim 5ten Band).
Natürlich ist es keine grosse Literatur, aber beim SF gefällt mir vor allem das Spiel mit dem “was-wäre-wenn” und so wird hier eine mögliche Anarchistische Gesellschaft toll beschrieben. Natürlich würde diese in Realität genausowenig funktionieren, wie eine Kommunistische. Trotzdem kann man über so ein Modell manche hitzige Diskussionsrunde führen …