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Schell Schokoladenmanufaktur Saint Domingue

Nach den ganzen Billigschokoladen der letzten Zeit wollen wir uns mal wieder was gutes gönnen. Wir haben uns für eine Lagenschokolade aus Santo Domingo entschieden. Reiner Criollo-Kakao von ausgesuchten Plantagen wurde hierfür von der Schell Schokoladenmanufaktur verarbeitet.

Wichtig war uns hier eine wirklich gute Schokolade zu finden. Und das ist uns auch gelungen. Leider wurden die Zutatenliste doch verhunzt, denn neben Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter kommt noch Bourbon-Vanille als Aroma und, immerhin, nicht genverändertes Sojalecithin zum Einsatz. Der reine Schokoladengenuss ist es also doch nicht. Es wäre sicher auch ohne, wenn auch hochwertiges, Aroma und Lecithin gegangen. Wenn ich 3,50 Euro für 50 Gramm Schokolade bezahle, erwarte ich das einfach nicht. Auf der Rückseite mit der Zutatenliste sind dann noch Weinempfehlungen untergebracht. Weiterlesen

Valrhona Palmira Fino Criollo Venezuela 2007

Sozusagen im Paket mit der Valrhona Gran Couva 2007 Trinidad 64% haben wir diese Schokolade erworben. Da sie an das Ende des Mindesthaltbarkeitsdatum geht, hat unser Supermarkt um die Ecke sie runtergesetzt, um sie noch schnell abzuverkaufen. Wir hatten zugeschlagen. Dem Geschmack war das Alter nicht abträglich und so hatten wir uns im Nachhinein auch noch den Restbestand gesichert. Wer von uns ein Weihnachtspäckchen bekommen hat, der wird das verstehen können :-)

Schokolade mit mind. 64% Kakao, dazu reine Criollo-Bohnen aus Venezuela. Alleine die Beschreibung dürfte Schokoladenfans zum Lechzen bringen. Alle Kakaobohnen stammen von einer Plantage, Palmira, nach der auch die Schokolade benannt ist. Das hat normalerweise seinen Preis. An die drei bis vier Euro kostet so eine 75-Gramm-Tafel. Doch die Schokolade ist jeden Cent wert. Dass wir für zwei Tafeln dann nur die Hälfte bezahlt haben, das ist noch mal ein zusätzliches Highlight.

Leider verzichtet Valrhona bei dieser Schokolade nicht auf Sojalezithin. Das ist schade, bei dem Preis könnte man es nicht nur erwarten, man müsste praktisch drauf bestehen.

Die Schokolade ist unglaublich schmelzig. Ein Stückchen im Mund lässt sich geradezu wie ein Bonbon lutschen. Ja, fast wie ein Sahnebonbon löst sie sich auf. Der Geschmack steht der Beschreibung in nichts nach. Die Schokolade ist kein bisschen bitter. Vielmehr erinnert sie an heiße Milch mit Honig. Eine gefällige Süße und ein starkes schokoladiges Aroma, das sind die Haupteigenschaften, die den Geschmack ausmachen. Auch wenn es Leute gibt, die frisch gebackenes Brot und gelbe Früchte herausgeschmeckt haben, man muss es ja nicht übertreiben.

Solltet Ihr irgendwo noch so eine Tafel finden – oder den Nachfolgejahrgang – einfach zugreifen, Ihr werdet es nicht bereuen.

Chocolate negro amargo Origen Unico Ocumare 71%

Vor einiger Zeit hatte es uns beim Geocachen in Lüneburg in einen kleinen Weinladen verschlagen, weil uns ein Rose in wunderbarstem Himbeerton im Schaufenster anlächelte. Zufällig (oder absichtlich?) stand an der Kasse ein Aufsteller mit Schokolade. Nach einer kleinen Diskussion entschieden wir uns für einen sortenreinen Criollo aus Venezuela.



Die Vorfreude war groß, kannten wir doch reinen Criollo schon von Domori. Doch leider wurden wir enttäuscht. Das schön Schmelzige der Porcelana war hier gar nicht vorhanden. Die Schokolade fühlt sich auf der Zunge mehlig an. In der Zutatenliste steht zudem noch Sojalezithin, ich gebe zu, ich hatte das beim Kauf nicht bemerkt, sonst hätte ich sie stehen lassen. Ich kann nur vermuten, hier wurde nicht ordentlich conchiert und dafür mit Lezithin nachgebessert, das würde das mehlige Gefühl erklären. Schade, was hier mit einem so guten Rohprodukt gemacht wird.

Geschmacklich schneidet die Schokolade auch nicht besser ab. Die auf der Verpackung versprochenen Gewürzaromen sind vorhanden, ich kann sie nur nicht genau zuordnen. Dazu kommt ein leicht rauchiges Aroma. Leider ist sie aber auch bitter. Hoher Kakaogehalt muss nicht automatisch bitter sein, auch das beweisst Domori.

Insgesamt schneidet dieses vielversprechende Schokolade nicht wirklich gut ab. Gegenüber billiger Massenware ist sie immer noch besser, aber leider nicht gut genug, um den Preis von fast drei Euro zu rechtfertigen.




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