Schlagwort-Archiv: Essen

Wernli Trefino

“Me het de Wernli einfach gernli” – So beginnt auf der Verpackung die Firmenbeschreibung des Herstellers von Trefino. “weil Wernli seit 1905 in Trimbach im Schweizer Jura feine Bisquits bäckt.” Doch als ich las, dass Wernli 2008 vom Gebäckhersteller HUG AG übernommen wurde, dachte ich mir, mal wieder nur die Marke übrig geblieben. Aber dann, Entwarnung. Die HUG AG stammt aus Luzern, ist selbst ein Schweizer Traditionsunternehmen und hat Wernli natürlich am Stammsitz in Trimbach belassen.

Doch schauen wir uns Trefino etwas näher an. Die offizielle Bezeichnung lautet “Leichtes Meringue Biscuit mit zartschmelzender Kakaocrème Füllung, umhüllt und dekoriert mit Schweizer Schokolade.”

Von der Größe bzw. der Aufmachung hier ist Trefino wie ein schokoladenumhüllter Keks. Im Inneren ist allerdings kein gebackener Keks sondern eine Scheibe, ähnlich einer Baisermasse, jedoch etwas kompakter und feinporiger. darauf befindet sich die Kakaocreme, und umhüllt ist das Ganze mit dunkler Schokolade. Das Gesamtkonzept gefiel mir sehr gut. Weiterlesen

Not on the label – Felicity Lawrence

Es ist vollbracht, ich habe mein erstes englisches Buch komplett gelesen. Das es dann auch noch ein Sachbuch ist, hat die Sache noch etwas schwieriger gemacht. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe nicht nur einige neue Wörter gelernt sonder noch so einigen über die Porduktion der Nahrungsmitteln in den Supermärkten.

Felicity Lawrence hat ihr Buch in mehrere Kapitel gegliedert. Huhn, Salat, Bohnen, Brot, Äpfel und Bananen, Kaffee und Garnelen, Fertiggerichte. Damit sind auch die Schwerpunkte ganz klar gesetzt. In allen Fällen hat sie versucht, Einblick in die Produktion zu nehmen.

Was Lawrence immer aufgefallen ist, sind die billigen Arbeitskräft. Meist sind es Immigranten, oft auch illegale, die viel billiger sind im Vergleich zu Löhnen, die man Einheimischen zahlen muss. Im Bereich Huhn konnte sie sich als Angestellte für einen Tag in eine Fabrik einschleichen, in der Hähnchenbrust verpackt wird. Sie konnte dabei genau beobachten, wie abgelaufene Import-Ware, Hühnebrüste, nicht nur umgepackt und neu datiert wurde, sogar ein Aufkleber wurde auf die Verpackung aufgebracht, der angab, dass es sich um britische Ware handelte. Doch das ist in meinen Augen nicht mal der große Skandal. Weiter berichtete sie davon, wie Hühnchenfleisch mit Wasser und Enzymen aus Schwein und Rind aufgeplustert wird und somit billiger herzustellen ist. Sehr interessant ist die Herstellung von Chicken Nuggets, ein Wunder, dass diese Produkte überhaupt noch Huhn enthalten. Weiterlesen

Ein Küchenchef reist um die Welt – Anthony Bourdain

Der Untertitel ist geradezu perfekt. “Auf der Jagd nach dem vollkommenen Genuss”. So war es jedenfalls geplant, als Anthony Bourdain, Küchenchef des Les Halles in New York auf die Idee kam, von einem Fernsehteam begleitet um die Welt zu reisen. Bevor ich das Buch las, war ich aber schon vorbereitet und wusste, was mich erwartete. Ich hatte die TV-Serie schon gesehen und kannst die meisten Ausflüge schon.

Schon beim ersten Abschnitt erinnerte ich mich an die Folgen, die ich gesehen hatte. Ob es der Trip nach Kambodscha, immer mit der Gefahr der Roten Khmer oder ein Dschungelausflug in Vietnam war. Immer wieder schaffte es Bourdain selbst unter widrigen Umständen eine leckere Mahlzeit aufzutun. Weiterlesen

Der kulinarische Eros – Geschichten über die Seele des Kochens & Essens – Klaus Kufeld

Der kulinarische Eros – Geschichten über die Seele des Kochens & Essens. Wie klingt das? Meiner Meinung nach erst mal recht esoterisch. Ich habe lange überlegt, was ich von diesem Buch halten soll. Noch bevor ich es gelesen habe.

Doch dann habe ich mich gewagt und es in die Hand genommen. Und da habe ich festgestellt, dass es gar nicht um das Esoterische geht. Schon im ersten Kapitel erzählt Klaus Kufeld von seiner Kindheit. Doch dabei bleibt es nicht.

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Der Mann, der alles isst – Zweiter Gang – Jeffrey Steingarten

Food-Kolumnen sind was schönes. Meistens erfährt man neues über eines seiner Lieblingsthemen – Neues über unser Lieblingsthema. Sind sie dann noch in einem Buch zusammengefasst und man muss nicht auf die nächste Ausgabe der Zeitschrift warten, umso besser. Aus der Bibliothek hatte ich die zweite Ausgabe von Vogue-Schreiber Jeffrey Steingarten

Achtzehn außerordentliche Erfahrungsberichte tischt uns Steingarten auf. Dabei nimmt er kein Blatt den Mund. Höchstens in den Mund, auch wenn es schon mal das Falsche sein kann. Steingarten ist nicht einfach nur Kolumnist, er leidet an einer außergewöhnlich ausgeprägten Art der kulinarischen Abhängigkeit, an der er uns teilhaben lässt. Egal, ob es darum geht, dem menschlichen Urinstinkt beim Braten eines 32-kg-Schweines nachzugehen oder sich in Brotback-Phasen zu vertiefen, die nicht nur seine Ehe gefährden.

Steingarten ist zwanghaft. Das muss ich hier so unverblümt sagen. Für ihn ist Thanksgiving nicht nur ein Tag an dem halb, ach was, ganz Amerika das gleiche isst. Für ihn ist Thanksgiving die Suche nach dem perfekten Truthahnrezept. Und das kann schon mal in eine Experimental-Orgie ausarten, die Wochen oder gar Monate dauern kann. Wenn Steingarten ein Thema angeht, dann behandelt er es nicht nur oberflächlich, er vertieft sich soweit hinein, dass er fast schon das ursprüngliche Ziel aus dem Auge verliert.

Brot backen gleitet in die Suche nach dem perfekten Brot ab. Ebenso verhält es sich mit dem schon erwähnten Truthahn, aber auch der perfekten Gans oder dem ultimativen Omelette. Und wenn er sich dann auf die Suche nach dem Hummersoufle-Rezept macht, das er als Kind in einem Hotel in Frankreich aß, dann ist es vorbei mit der ruhigen Zeit. Dann klappert er all seine Kontakte ab, bis er mehr oder weniger jeden Menschen dieses Planeten genervt hat, um auch nicht weiter zu sein als vorher.

Auch Testreihen gestalten sich eher als Exzesse – egal ob es sich um Kaviar oder Mineralwasser handelt. Monatelang werden Verkostungen durchgeführt, bis er einen Favoriten gefunden hat, um am Ende festzustellen, dass er diesen nur über teuere Importwege beziehen kann.

Wie gesagt, Steingarten ist zwanghaft. Genauso zwanghaft, wie der Leser – in dem Fall ich -, der nicht von diesem Buch lassen kann, bis er auf der letzten Seite angekommen ist. Mit einer Art kulinarischen Humor, die seinesgleichen sucht, fasziniert er seine Leser und lehrt sie nebenbei noch Qualitätsbewusstsein.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.

# Gebundene Ausgabe: 345 Seiten
# Verlag: Rogner & Bernhard; Auflage: 1 (Februar 2006)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3807710140
# ISBN-13: 978-3807710143