Schlagwort-Archiv: Krimi

Spring oder stirb – Elmore Leonard

Man nehme einen Turmspringer, eine alte Ku-Klux-Clan-Geschichte, ein paar mehr oder weniger schlaue Ganoven und ein Reenactment. Was haben wir? Richtig, einen Krimi von Elmore Leonard.

Dennis Lenahan ist Turmspringer auf Jahrmärkten und der Schwarm der weiblichen Bevölkerung. Er springt von einer 25 Meter hohen Leiter in ein 2,70 Meter tiefes Becken, das “von ober aussieht wie eine Münze auf dem Boden”. Als er vom Tishomingo Casino engagiert wird, seine todesmutigen Kunststücke in dem Spielerparadies am Mississippi vorzuführen, ahnt er nicht, welcher Nervenkitzel ihm selbst dort bevorsteht: Dennis wird in den Machtkampf zweier Mafiagangs verwickelt, trifft dabei auf die umwerfendsten Frauen seines Lebens und muss sich einiges einfallen lassen, um dieses Abenteuer mit heiler Haut zu überstehen …

Denn nicht nur er hat finanzielle Interessen, auch eine Mafiabande aus Detroit, die es in die Gegend verschlagen hat. Zu deren Glück (und Dennis Pech) wissen diese, dass er, Dennis, auf seiner Leiter einen Mafiamord beobachtet hat. Sie wollen das anstehende Reenactment, die Nachstellung einer alten Bürgerkriegsschlacht, nutzen, um ihre Rivalen um den Drogenmarkt der Gegend aus dem Verkehr zu ziehen.

Wie immer bei Leonard ist das Buch spannend geschrieben. Seine Charaktere sind mal wieder wunderbar gezeichnet, die Handlungen nicht immer vorhersehbar. Wunderbar, lesen!

Killshot – Elmore Leonard

Kennt Ihr das komische Gefühl, wenn Ihr ein Buch lest und glaubt, es schon zu kennen? Mir ging es so, als ich mit Killshot begann. Mir kam der Inhalt verdammt noch mal bekannt vor. Ich wühlte alle meine Daten durch, suchte im Internet, aber der Titel dieses Buches war mir noch nicht untergekommen.

Dann aber, ich war bei Seite 80, da fand ich es. Es gab das Buch bereits unter einem anderen Titel: Beruf: Killer. Ich war ziemlich verärgert über den Heyne-Verlag. Sie konnten doch nicht einfach ein und das selbe Buch unter zwei Titeln veröffentlichen. Aber doch, sie haben es getan. Der einfache Grund: Das Buch hieß im Original auch Killshot und wurde unter diesem Titel auch verfilmt. Logisch, dass Heyne das Buch noch mal in der deutschen Version unter dem Filmtitel herausbringt. Zumindest hätte man aber auf dem Buch einen Hinweis anbringen können – für alle, die schon mal die alte Version gelesen haben. Für mich war es also eine Geldverschwendung.

Ein makelloser Mord – P.D. James

Ich möchte nicht ganz so weit ausholen, wie P.D. James es in diesem Buch getan hat. Die Geschichte beginnt mit Rhoda Gradwyn, berühmt und berüchtigt wegen ihres Jobs. Sie ist Sensations-Journalistin. Zumindest scheint sie den richtigen Riecher zu haben, wenn es darum geht, eine Geschichte zu enthüllen. Mit 47 beschliesst sie, möglichst diskret, eine Narbe, welche sie seit Kindheit an ihrer Wange trägt, entfernen zu lassen. In der Nacht nach der Operation wird sie ermordet, am Morgen findet man in der exklusiven Privatklinik ihre Leiche.

Commander Adam Dalgliesh von Scotland Yard übernimmt die Ermittlungen. Während das Team der Ermittler noch immer im Dunklen stöbert, findet sich eine neue Leiche. Die Ermittlungen gehen in eine neue Richtung und die Geschichte endet tragisch und unerwartet.

Aber warum nicht weit ausholen? P.D. James beginnt sehr früh mit ihrer Geschichte und erzählt einiges aus dem Leben “der Gradwyn”, wie das Opfer oft genannt wird. Ohne nennenswerten Einfluss auf die Geschichte zu nehmen, vergehen rund zweihundert Seiten bis das Opfer endlich ermordet wird und das beginnt, was ich unter einem Krimi verstehe. Es ist etwas passiert, und es muss gehandelt werden. Weiterlesen

Castle

“Castle, Rick Castle.”


Ich muss gestehen, ohne Hauptdarsteller Nathan Fillion wäre Castle komplett an mir vorbei gegangen – und seien wir ganz ehrlich, tragisch wäre das nicht. Denn Castle ist eine Standard-Krimiserie, in der zwei gegensätzliche Charaktere auf eine streitlustige Art und Weise miteinander flirten, einander brauchen und doch zusammen nicht kommen können. Oder so.

Im Detail: Richard Castle (Nathan Fillion) ist Bestsellerautor, genauer: er schreibt erfolgreiche Krimis, mit Serienhelden, deren berühmtesten er zu Beginn der Serie gerade ins Nirvana befördert hat, was einen Aufschrei bei seinen Fans verursacht, und ihn in ein kreatives Loch reisst. Doch dank guter Beziehungen zum Bürgermeister von New York darf er Detective Beckett bei der Mordkommission über die Schulter schauen, und bald schon stellt sich heraus, dass Castle als Autor nicht nur eine ungewohnte Perspektive mitbringt, sondern sein Handwerkszeug auch gut recherchiert und Ahnung von der Materie hat…

Gemeinsam löst das Pärchen wider Willen (zumindest von Seiten der natürlich jungen und attraktiven Detective Beckett betrachtet) nun Woche um Woche knifflige Mordfälle.
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Der Jadereiter – John Burdett

Pichai und Sonchai, zwei Cops in Bangkok, die als arhat* verschrieen sind, verfolgen auf Anweisung ihres Colonel, Leiter eines Districts der Royal Thai Police Force, einen Marine, der bei der amerikanischen Botschaft beschäftigt ist. Während der Verfolgung verlieren sie ihn, und als sie ihn das nächste mal treffen, ist er von der Straße abgekommen und liegt leblos in seinem Mercedes. Eine Python ist gerade dabei seinen Kopf zu verschlingen. Pichai erschießt die Python, und sie öffnen die Tür des Wagens. Eine große Menge Kobras ergießt sich auf die Straße. Während Sonchai überlebt, hat Pichai nicht so viel Glück und stirbt bei dem Einsatz.

Voller Trauer um seinem bei dem Einsatz gestorbenen buddhistischen Bruder zieht sich Sonchai zurück und schwört sich, dessen Mörder oder den, der für den Vorfall verantwortlich ist, zu töten. Nach einer Einladung in die amerikanische Botschaft ermittelt er mit der extra für den Fall eingeflogenen FBI-Agentin Kimberly Jones in dem Fall.

Sie kommen dahinter, dass der Marine Geschäfte mit einem amerikanischen Schmuckhändler gemacht hatte. Als sich die Ermittlungen auf Warren, den Schmuckhändler konzentrieren, gerät Sonchai zwischen die Fronten. Selbst sein Vorgesetzer bei der thailändischen Polizei legt ihm nahe, in eine andere Richtung zu ermitteln. Ein Dilemma, aus dem er nur schwer herauskommt. Weiterlesen